Der blaue Haar-Express ist nicht zu stoppen – Nico Wiedenbauer gewinnt den Pool Sommercup!

24. Juli 2026 Aus Von Engel Norbert

Der Pool Sommercup wird immer bunter. Diesmal sogar wortwörtlich.

Denn während normalerweise das blaue Tuch der Billardtische für die auffälligste Farbe im Patricks sorgt, bekam es diesmal ernsthafte Konkurrenz: Nico Wiedenbauer erschien mit leuchtend blauen Haaren – und offensichtlich hatte er beschlossen, nicht nur optisch aufzufallen.

Am Ende gewann der „blaue Haar-Express“ völlig überraschend, aber absolut verdient, den Pool Sommercup.

Und was auf dem Weg dorthin passierte, war wieder einmal typisch Sommercup.

Favorit raus – Bachmann schlägt zu!

Zunächst sorgte Wolfgang Bachmann für einen Paukenschlag.

Ausgerechnet Simon Fend, einer der großen Favoriten und Seriensieger der vergangenen Jahre, wurde von ihm aus dem Turnier geworfen.

Favoritensturz erledigt.

Doch dann wurde es für Wolfgang kurios.

Gegen einen Spieler, für den im Hinblick auf das Masters jeder Punkt besonders wertvoll ist, weil er derzeit auf Rang 18 der Gesamtwertung liegt, schienen sich plötzlich die Billardgötter gegen Bachmann verschworen zu haben.

Nicht einmal.

Nicht zweimal.

Gleich viermal!

Vier korrekt gelochte Bälle liefen Richtung Tasche, pendelten hin und her – und blieben tatsächlich mitten im Loch hängen.

Da kannst du trainieren, taktieren und konzentriert spielen, wie du willst.

Irgendwann möchtest du dich einfach mit den Kugeln zusammensetzen und fragen:

„Haben wir eigentlich ein Problem miteinander?“

Achtung – der blaue Express kommt!

Während andere mit den Kugeln diskutierten, machte Nico Wiedenbauer kurzen Prozess.

Bereits in der Vorrunde hatte er Wolfgang Bachmann ausgeschaltet. Und wer glaubte, das sei vielleicht nur ein kurzer Höhenflug gewesen, bekam spätestens gegen Alexander Denz die Antwort.

4:0.

Keine Diskussion.

Keine Gefangenen.

Der blaue Haar-Express war jetzt endgültig auf Betriebstemperatur.

Finale: 0:3 – na gut, dann eben anders

Im Endspiel wartete Dominik Egger.

Und der hatte offensichtlich keine Lust, sich von Haarfarben beeindrucken zu lassen.

Keine zehn Minuten waren gespielt, da stand es:

3:0 für Egger!

Im Patricks schauten sich die ersten bereits ungläubig an. Sollte die blaue Reise so schnell zu Ende sein?

Nico offenbar nicht.

Punkt für Punkt kämpfte er sich zurück.

3:1. 3:2. 3:3.

Plötzlich war alles wieder offen.

Dann 4:4.

Ein einziger Frame musste entscheiden, wer diesen verrückten Sommercup-Abend gewinnt.

Und den holte sich tatsächlich Nico Wiedenbauer.

5:4 – Turniersieg!

Seine Erklärung danach war mindestens so gut wie sein Comeback:

„Neue Brille, neue Sicht – also Sieg!“

Na dann wissen wir jetzt Bescheid.

Der Kampf ums Masters wird heiß

Neben all dem Spaß wird die Gesamtwertung langsam richtig ernst.

Denn am Ende der Sommercup-Serie gibt es eine gnadenlose Grenze:

Nur die besten 16 qualifizieren sich für das Masters.

Damit bekommt plötzlich jeder einzelne Sieg, jeder gewonnene Frame und jeder zusätzliche Punkt Gewicht. Gerade rund um Platz 16 beginnt nun das große Rechnen.

Und eines sollte inzwischen wirklich niemand mehr versuchen:

Beim Pool Sommercup einen Sieger vorherzusagen.

Favoriten fliegen raus. Außenseiter marschieren durch. Kugeln verweigern die Zusammenarbeit. Und ein Mann mit blauen Haaren liegt nach zehn Minuten im Finale 0:3 hinten – und gewinnt trotzdem noch das Turnier.

Der Sommercup wird nicht nur immer spannender. Er wird definitiv immer bunter.